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Operell.

Ratgeber

Keine Bewerbungen auf die Stellenanzeige — die häufigsten Gründe

Kurz gesagt

Meist liegt es nicht am Arbeitsmarkt, sondern an der Anzeige. Die häufigsten Gründe: Sie beschreibt den Betrieb statt die Stelle, nennt kein Gehalt, verlangt eine Ausbildung, die für die Aufgaben nicht nötig ist, und verlangt Anschreiben plus Lebenslauf per Post oder Mail. Bürostellen mit wenigen Stunden in der Woche sind zusätzlich schwer zu besetzen, weil die Zielgruppe klein ist — wer diese Stunden anbietet, konkurriert mit Vollzeitangeboten. Wenn die Anzeige nach der Überarbeitung immer noch leer bleibt, ist die Frage nicht, wie man besser sucht, sondern ob die Arbeit eine Stelle braucht.

Die Anzeige beschreibt den Betrieb, nicht die Stelle

Die meisten Anzeigen fangen mit dem Betrieb an: seit wann er besteht, wie viele Mitarbeiter, welche Werte. Das interessiert den Leser erst, wenn er weiß, was er tun soll.

Dreh es um. Der erste Absatz beschreibt den Tag: Was liegt morgens auf dem Tisch, was wird gemacht, mit wem wird gesprochen. Wer beim Lesen erkennt, dass er das kann, liest weiter — und dann auch das über den Betrieb.

Kein Gehalt genannt

Eine Anzeige ohne Gehaltsangabe wird von einem Teil der Leser übersprungen, und zwar von dem Teil, der Auswahl hat. Wer mehrere Angebote vergleichen kann, klickt nicht auf das, bei dem der Preis fehlt.

Eine Spanne genügt. „2.300 bis 2.700 € bei 20 Stunden, je nach Erfahrung“ ist keine Festlegung, sondern eine Aussage. Sie verhindert außerdem Gespräche, die am Ende an der Zahl scheitern.

Anforderungen, die für die Arbeit nicht nötig sind

„Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung“ steht in fast jeder Bürostellenanzeige. Bei den meisten Aufgaben ist sie nicht nötig, und sie schließt genau die Leute aus, die die Arbeit könnten: den Quereinsteiger, den Rückkehrer nach der Elternzeit, die Kraft aus einer anderen Branche.

Trenne, was Bedingung ist, von dem, was schön wäre. Bedingung ist meist: verständlich schreiben, Rechnen können, freundlich telefonieren, mit dem Rechner umgehen. Alles andere ist eine Wunschliste, und Wunschlisten schrecken ab.

Der Bewerbungsweg ist zu umständlich

„Vollständige Bewerbungsunterlagen mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen“ kostet den Bewerber einen Abend. Für eine Teilzeitstelle in einem Kleinbetrieb investiert das kaum jemand, der nicht dringend etwas braucht.

Mach den ersten Schritt klein. Eine Nachricht mit Namen, Telefonnummer und zwei Sätzen genügt für den Anfang. Unterlagen kannst du im Gespräch nachfordern — dann liegt schon Interesse auf beiden Seiten.

Wenige Stunden sind schwer zu vermitteln

Fünfzehn Stunden in der Woche sind für einen Betrieb die passende Menge und für einen Bewerber ein Problem: Davon lebt niemand. Die Zielgruppe schrumpft auf die, die einen Zuverdienst suchen oder aus anderen Gründen keine volle Stelle wollen.

Das ist der Punkt, an dem viele Betriebe hängen bleiben. Die Stelle ist richtig zugeschnitten für die Arbeit, die anfällt — und genau deshalb kaum zu besetzen. Wer daraus eine Vollzeitstelle macht, um sie besetzen zu können, zahlt Stunden, die er nicht braucht.

Falsche Stelle, falsches Portal

Eine Bürokraft für einen Handwerksbetrieb sucht nicht dort, wo eine Sachbearbeiterin für einen Konzern sucht. Regionale Portale, das Unternehmensprofil bei Google, der Aushang im Ort und die Empfehlung im Team bringen bei kleinen Betrieben oft mehr als die große Börse, in der die Anzeige auf Seite vier steht.

Und: Die eigene Website. Wer eine Anzeige schaltet, ohne dass die Stelle auf der eigenen Seite steht, verliert alle, die den Betriebsnamen suchen, weil ihnen jemand davon erzählt hat.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Überarbeite die Anzeige nach diesen Punkten und lass sie vier Wochen laufen. Kommt dann nichts, ist die Frage eine andere: Braucht diese Arbeit eine Stelle.

Ein Betrieb mit dreißig Stunden Büroarbeit im Monat wird keine Bürokraft finden, weil es diese Stelle auf dem Arbeitsmarkt nicht gibt. Dann ist die Wahl nicht zwischen guter und schlechter Anzeige, sondern zwischen Weitersuchen und die Arbeit anders lösen.

Häufige Fragen

Muss in einer Stellenanzeige ein Gehalt stehen?

Vorgeschrieben ist es nicht, aber es entscheidet über die Zahl der Bewerbungen. Wer Auswahl hat, überspringt Anzeigen ohne Angabe. Eine Spanne mit Bezug auf die Stundenzahl genügt und verhindert Gespräche, die an der Zahl scheitern.

Wie lange soll eine Stellenanzeige laufen?

Vier Wochen sind ein sinnvoller Abschnitt. Kommt in dieser Zeit nichts Verwertbares, hilft Verlängern selten — dann liegt es am Text, am Portal oder am Zuschnitt der Stelle.

Was tun, wenn eine Teilzeitstelle im Büro nicht zu besetzen ist?

Prüfen, wie viele Stunden Büroarbeit im Monat tatsächlich anfallen. Liegt die Zahl unter etwa vierzig, gibt es für diese Menge kaum Bewerber, weil davon niemand leben kann. Dann ist ein Dienstleister die realistischere Lösung als eine weitere Anzeige.

Schick uns eine Sprachnachricht zu deinem letzten Auftrag. Vier Stunden später liegt das fertige Angebot im Postfach. Kostenlos, ohne Verpflichtung.